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Tim Schaller
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zeitspur

Lokaler, verschlüsselter Aktivitätsverlauf für Windows (Screenshots + OCR) mit Zeitstrahl und MCP-Server für Claude

Language
Python
Updated

// README

Zeitspur

Zeitspur ist ein lokaler, verschlüsselter Aktivitätsverlauf für Windows – nach dem Vorbild von „Windows Recall“: Ein Tray-Dienst macht in regelmäßigen Abständen Screenshots aller Monitore, erkennt den sichtbaren Text per OCR und speichert alles in einer AES-256-verschlüsselten SQLCipher-Datenbank. Ein Zeitstrahl-Fenster zeigt, was wann geöffnet war; ein lokaler MCP-Server erlaubt Fragen wie „Was habe ich letzten Mittwoch um 12 Uhr gemacht?“ direkt in Claude. Nach 14 Tagen (konfigurierbar) werden Einträge automatisch gelöscht.

Alles bleibt auf dem Rechner. Es gibt keinen Netzwerkdienst, keinen offenen Port und keine Cloud. Ausnahmen sind die Plugins, die Sie ausdrücklich hinzufügen: Outlook (lokal per COM), Teams und die Standort-Historie (beide zu Ihren eigenen Servern bzw. Ihrem Mandanten), die standardmäßig ausgeschaltete Karte, die Kacheln von OpenStreetMap lädt, und die Update-Prüfung der Release-Ausgabe: Sie fragt bei GitHub nach, ob es eine neue Version gibt – von Ihren Daten wird dabei nichts übertragen.

Inhalt

  1. Funktionsweise
  2. Installation
  3. Ersteinrichtung
  4. Bedienung: Tray-Menü und Zeitstrahl
  5. Konfiguration
  6. Claude anbinden (MCP-Server)
  7. Datenschutz und Sicherheit
  8. Performance und Speicherbedarf
  9. Updates
  10. Deinstallation
  11. Fehlerbehebung
  12. Entwicklung und Build
  13. Lizenz

Funktionsweise

KomponenteDateiAufgabe
HintergrunddienstZeitspur.exeTray-Symbol, Screenshots, OCR, Aufräumen, Zeitstrahl-Fenster
MCP-ServerZeitspur.exe --mcp (eigener Prozess)wird von Claude bei Bedarf gestartet, liest die Datenbank nur
Datenbank%LOCALAPPDATA%\Zeitspur\recall.dbSQLCipher (AES-256), enthält Metadaten, OCR-Text (FTS5-Index) und die Screenshots als BLOBs
Schlüssel%LOCALAPPDATA%\Zeitspur\key.binzufälliger 256-Bit-Schlüssel, per Windows-DPAPI an Ihr Benutzerkonto gebunden
Konfiguration%LOCALAPPDATA%\Zeitspur\config.yamlalle Einstellungen, siehe unten
Protokolle%LOCALAPPDATA%\Zeitspur\logs\service.log, mcp.log (ohne Bildschirmtexte oder Fenstertitel)

Ablauf einer Aufnahme: alle N Sekunden (Standard 5) wird jeder Monitor fotografiert. Hat sich das Bild gegenüber dem zuletzt gespeicherten Frame kaum verändert (Standard: weniger als 1,5 % der Bildpunkte), wird nur die Enddauer des laufenden Eintrags verlängert. Neue Frames werden verkleinert, als WebP komprimiert, verschlüsselt gespeichert und an eine OCR-Warteschlange übergeben. Die Texterkennung läuft mit niedriger Priorität in einem eigenen Thread und übergibt das Bild ausschließlich im Arbeitsspeicher an das mitgelieferte tesseract.exe (stdin/stdout) – es liegt zu keinem Zeitpunkt eine unverschlüsselte Bild- oder Temp-Datei auf der Platte.

Nicht aufgenommen wird bei gesperrtem Bildschirm, nach 3 Minuten ohne Maus-/Tastatureingaben, bei manueller Pause, bei zu wenig freiem Speicherplatz sowie wenn das Vordergrundfenster auf der Ausschlussliste steht.

Installation

Voraussetzungen: Windows 10 (1809) oder 11, 64 Bit. Keine Adminrechte nötig. Fehlt die Microsoft Edge WebView2-Runtime (auf Windows 11 normalerweise vorhanden, nicht aber z. B. in der Windows Sandbox), lädt das Setup sie von Microsoft nach – mit eigener Fortschrittsseite und ebenfalls ohne Adminrechte.

  1. Das Setup der neuesten Version herunterladen: https://github.com/Tim-Schaller/zeitspur/releases/latest (ZeitspurSetup-<Version>.exe) und starten. Die Installation erfolgt pro Benutzer nach %LOCALAPPDATA%\Programs\Zeitspur\. Danach hält sich Zeitspur selbst aktuell (siehe Updates).
  2. Optionen im Setup:
    • Autostart (vorausgewählt): legt den Wert Zeitspur unter HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run an, der Zeitspur.exe --autostart startet. Lässt sich jederzeit in der App umschalten (siehe Automatisch mit Windows starten).
    • MCP-Server in Claude Desktop registrieren (optional): ergänzt %APPDATA%\Claude\claude_desktop_config.json um den Eintrag zeitspur (Sicherungskopie .bak). Siehe auch Claude anbinden.
  3. Nach dem Setup startet Zeitspur: Sofort erscheint ein kleines Startfenster mit laufendem Balken (der erste Start dauert einige Sekunden), danach das Fenster mit der Ersteinrichtung.

Startmenü-Einträge: „Zeitspur“ (öffnet den Zeitstrahl) und „Zeitspur deinstallieren“.

Hinweis: Die Programmdateien sind nicht signiert. Windows SmartScreen kann beim ersten Start des Setups warnen („Weitere Informationen“ → „Trotzdem ausführen“).

Ersteinrichtung

Beim ersten Start öffnet sich das Fenster mit einem Formular: Aufnahmeintervall, Aufbewahrungsdauer, Speicherort der Datenbank, Bildbreite/Qualität, OCR-Sprachen und Ausschlusslisten. Mit „Speichern und starten“ wird die Konfiguration geschrieben, der DPAPI-Schlüssel erzeugt und die Datenbank angelegt. Danach beginnt die Aufnahme; das Fenster kann geschlossen werden – der Dienst läuft im Tray weiter.

Alle Werte lassen sich später über das Zahnrad-Symbol im Fenster oder direkt in config.yaml ändern.

Automatisch mit Windows starten

Der Autostart lässt sich jederzeit umschalten – ohne Neuinstallation und ohne Adminrechte:

  • Tray-Menü → „Mit Windows starten“ (Häkchen zeigt den Zustand), oder
  • Einstellungen (⚙) → Abschnitt „Start“ → „Automatisch mit Windows starten“.

Beides wirkt sofort. Technisch wird der Wert Zeitspur unter HKCU\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run gesetzt bzw. entfernt – nur für Ihr Benutzerkonto. Beim Anmelden startet dann Zeitspur.exe --autostart: Das Fenster bleibt versteckt, nur das Tray-Symbol erscheint, und Aufnahme und Sync setzen kurz verzögert ein, damit die Anmeldung nicht ausgebremst wird.

Der Zustand steht bewusst nicht in config.yaml, sondern in der Registry: Denselben Eintrag setzt auch der Installer, und Windows selbst zeigt ihn im Task-Manager unter „Autostart“, wo er ebenfalls abgeschaltet werden kann. Eine zweite Kopie in der Konfiguration würde nur auseinanderlaufen. Zeigt der Eintrag nach einer Neuinstallation in einen anderen Ordner auf eine alte Programmdatei, korrigiert Zeitspur ihn beim nächsten Start automatisch.

Bedienung: Tray-Menü und Zeitstrahl

Tray-Symbol: ein Ring („Zeitachse“) mit Aufnahmepunkt. Die Farbe zeigt den Zustand (grün Aufnahme, gelb pausiert, grau gesperrt/inaktiv, blau ausgeschlossene App, rot Fehler/kein Speicherplatz), und während der Aufnahme läuft das helle Ringsegment um – steht es still, wird gerade nichts aufgezeichnet. In jedem anderen Zustand bleibt das Symbol bewusst ruhig. Die Einzelbilder sind vorberechnet und werden in genau der Größe gezeichnet, in der Windows das Symbol anzeigt; die Animation kostet keine messbare Rechenzeit.

Rechtsklick öffnet das Menü:

EintragWirkung
Zeitstrahl öffnenzeigt das Fenster (auch Doppelklick auf das Symbol)
Aufnahme pausierenPrivacy-Pause; sofort wirksam, Häkchen zeigt den Zustand
Aktuelle App ausschließenträgt den Prozess des aktiven Fensters in die Ausschlussliste ein
Letzte 15 Minuten löschenentfernt alle Einträge der letzten 15 Minuten inklusive Bilder
Status / StatistikZustand, Einträge heute, Datenbankgröße, offene OCR-Jobs
Mit Windows startenschaltet den Autostart um (Häkchen = aktiv), sofort wirksam
Log-Ordner öffnenExplorer im Protokollordner
Datenbank komprimierenvollständiges VACUUM (nur nötig, wenn Sie Platz sofort zurückhaben wollen; das tägliche Aufräumen gibt Platz ohnehin frei)
Beendenstoppt Aufnahme, OCR und Wartung, schließt die Datenbank sauber

Zeitstrahl-Fenster

  • Kopfzeile: Datum (◀ ▶, Kalender, „Heute“), Volltextsuche, Statusanzeige, Pause-Schalter, Einstellungen (⚙).

  • Zeitstrahl: 24-Stunden-Achse, je Monitor eine Spur. Aufeinanderfolgende Aufnahmen derselben App mit gleichem Fenstertitel bilden einen farbigen Aktivitätsblock. Beschriftet wird er mit dem Fenstertitel (was Sie getan haben), das Programm steht klein darunter. Die Farbe kennzeichnet das Programm und stammt aus dessen eigenem Symbol – Explorer gold, Teams blaulila, Claude dunkelorange. Zeitspur liest das Symbol aus der EXE, bestimmt die kräftigste Farbe darin und bringt sie in ein einheitliches Helligkeitsband, damit die Beschriftung lesbar bleibt. Für Programme ohne farbiges Symbol (reine Graustufen-Symbole) greift eine feste Palette, danach ein neutraler Grauton.

    Markenfarben ähneln sich allerdings oft – unter den Microsoft-Programmen sind gleich vier Blautöne. Deshalb prüft Zeitspur jede neue Farbe gegen die bereits vergebenen und weicht bei Bedarf aus: zuerst über die Helligkeit (helleres Blau bleibt Blau), erst danach mit einer kleinen Drehung des Farbtons. Gemessen wird in OKLab, zusätzlich unter simulierter Rot-Grün-Schwäche; Ziel ist ein Abstand ΔE ≥ 12. Die meistgenutzten Programme kommen zuerst dran und behalten ihre Farbe daher unverändert. Mausrad zoomt um den Mauszeiger, Ziehen verschiebt den Ausschnitt, Doppelklick zeigt den ganzen Tag. Ein weißer Punkt markiert Blöcke, deren Texterkennung noch läuft; die rote Linie ist „jetzt“.

  • Klick auf einen Block öffnet die Details: Screenshot (wird erst jetzt aus der Datenbank entschlüsselt und direkt ans Fenster übergeben), App, Fenstertitel, Zeitraum, erkannter Text. Mit ◀ ▶ (oder Pfeiltasten) blättern Sie durch die Einzelbilder, „Diesen Eintrag löschen“ entfernt genau diese Aufnahme.

  • Suche: ab zwei Zeichen wird der OCR-Text und der Fenstertitel aller Tage durchsucht (Präfixsuche, Umlaute egal: „muller“ findet „Müller“, Phrasen in Anführungszeichen). Ein Klick auf einen Treffer springt zum passenden Tag und Block; Treffer werden im Text markiert.

Das Fenster nutzt die WebView2-Runtime lokal (kein HTTP-Server, kein Port); Bilder werden als Daten-URIs übergeben und landen nicht im Browser-Cache auf der Platte.

Konfiguration

Datei: %LOCALAPPDATA%\Zeitspur\config.yaml (YAML). Änderungen über das Einstellungsfenster wirken sofort, mit Ausnahme der gekennzeichneten Werte; manuelle Änderungen an der Datei greifen beim nächsten Start.

SchlüsselStandardBedeutung
capture_interval_seconds5Abstand zwischen zwei Aufnahmeversuchen (2–60 s)
idle_pause_minutes3Pause ohne Eingaben nach so vielen Minuten
retention_days14Einträge älter als so viele Tage werden täglich gelöscht
max_image_width1920Screenshots werden auf diese Breite verkleinert (640–7680)
webp_quality75WebP-Qualität (30–95)
db_path%LOCALAPPDATA%/Zeitspur/recall.dbSpeicherort der Datenbank (Neustart nötig)
excluded_process_regexKeePass.*, .*Banking.*Prozessnamen (Regex, Groß-/Kleinschreibung egal), bei denen nicht aufgenommen wird
excluded_title_regex.*Inkognito.*, .*Private Browsing.*, .*InPrivate.*, .*Privates Fenster.*Fenstertitel-Muster, bei denen nicht aufgenommen wird
ocr_languagedeu+engTesseract-Sprachen (Neustart nötig; Sprachdateien liegen in tesseract\tessdata)
change_threshold0.015Anteil geänderter Bildpunkte, ab dem ein Frame als neu gilt (0.01 = 1 %)
max_block_minutes10spätestens danach wird auch ohne Änderung ein neues Bild gespeichert
ocr_psm3Tesseract-Seitensegmentierung (3 automatisch, 11 verstreuter Text; Neustart nötig)
ocr_min_confidence40Wörter mit geringerer Konfidenz (%) werden verworfen (Neustart nötig)
ocr_queue_max20maximale Anzahl wartender OCR-Jobs im Speicher; Überschuss wird später nachgeholt
max_db_size_gb20Größendeckel; darüber werden die ältesten Tage zuerst gelöscht
min_free_disk_gb2unterhalb dieses freien Speichers pausiert die Aufnahme
log_levelINFODEBUG protokolliert deutlich mehr (Neustart nötig)
installed_plugins[]hinzugefügte Plugins (outlook, teams, teams_local, dawarich); verwaltet über Einstellungen → Plugins (siehe Plugins)
teams_user_id""Teams-Plugin: Azure-AD-Objekt-Id des Nutzers → nur eigene Anrufe (leer ⇒ Teams-Sync wird übersprungen)
teams_user_names[]Teams-Plugin: Anzeigenamen als Rückfall, falls in einem Anruf keine Objekt-Id, aber ein Name steht
map_enabledfalseKarte im Zeitstrahl; einzige Stelle, die Daten aus dem Internet lädt
map_tile_urlOSMKachel-Adresse (https, mit {z}/{x}/{y}); auf eigenen Server umbiegbar
map_home_lat / map_home_lonMitte DeutschlandsStartpunkt der Karte, wenn nichts anzuzeigen ist
map_home_zoom6Zoomstufe des Startpunkts (1–19)
map_home_label""Name des Startpunkts (etwa „Büro“); mit Namen erscheint er als Bezugspunkt und zählt als bekannter Ort
known_places[]weitere benannte Orte Name;Breite;Länge[;Radius], je Zeile
events_sync_minutes15Intervall der Termin-/Anruf-Synchronisierung
events_window_days14Tage rückwärts/vorwärts, die synchronisiert werden (passt zur Aufbewahrung)

Die Ausschlusslisten prüfen nur das Vordergrundfenster. Ein Passwortmanager, der auf einem zweiten Monitor sichtbar ist, während Sie in einem anderen Programm arbeiten, wird trotzdem aufgenommen – nutzen Sie dafür die Pause oder „Letzte 15 Minuten löschen“.

Claude anbinden (MCP-Server)

Der MCP-Server (stdio-Transport) steckt in derselben Programmdatei und wird mit Zeitspur.exe --mcp gestartet. Er läuft nicht dauerhaft, sondern wird von Claude bei Bedarf gestartet, öffnet die Datenbank nur lesend und entschlüsselt den Schlüssel wie der Dienst per DPAPI (funktioniert daher nur unter Ihrem Windows-Konto). Der --mcp-Prozess ist unabhängig vom laufenden Tray-Dienst; beide dürfen gleichzeitig laufen.

Hintergrund: Ursprünglich war eine separate ZeitspurMCP.exe vorgesehen. Auf dem Entwicklungsrechner hat der Virenscanner diese unsignierte EXE als Fehlalarm entfernt, weshalb der Server in die Dienst-EXE integriert wurde (Details unter „Entwicklung und Build“). Wer die separate EXE möchte, baut mit $env:ZEITSPUR_BUILD_MCP_EXE=1; sie wird dann ebenfalls unterstützt.

Claude Desktop – entweder die Setup-Option „MCP-Server in Claude Desktop registrieren“ wählen, später

"%LOCALAPPDATA%\Programs\Zeitspur\Zeitspur.exe" --mcp --register-claude-desktop

ausführen oder %APPDATA%\Claude\claude_desktop_config.json von Hand ergänzen (Pfad anpassen):

{
  "mcpServers": {
    "zeitspur": {
      "command": "C:\\Users\\<Benutzer>\\AppData\\Local\\Programs\\Zeitspur\\Zeitspur.exe",
      "args": ["--mcp"]
    }
  }
}

Claude Desktop danach neu starten.

Claude Code (PowerShell):

claude mcp add zeitspur -- "$env:LOCALAPPDATA\Programs\Zeitspur\Zeitspur.exe" --mcp

Zeitspur.exe --mcp --print-config zeigt beide Schnipsel mit dem tatsächlichen Pfad an (in einer Konsole ausführen; als Fenster-Programm öffnet es sonst ein Meldungsfenster).

Bereitgestellte Werkzeuge:

WerkzeugZweck
get_time_context()aktuelle Zeit, Zeitzone, Wochentage der letzten 7 Tage, Umfang der Daten – löst „gestern“, „letzten Mittwoch“ auf
search_activity(query, from_date?, to_date?, limit=20)Volltextsuche über OCR-Text und Fenstertitel, zeitlich einschränkbar
get_activity_at(timestamp, window_minutes=15)alle Einträge rund um einen Zeitpunkt, gruppiert in Aktivitätsblöcke, mit Text
list_active_apps(day)Tagesübersicht: welche Programme/Fenster wie lange aktiv waren
get_entry(entry_id)vollständiger Text und Metadaten eines Eintrags
get_screenshot(entry_id, max_width=1280)Screenshot als JPEG (im Speicher entschlüsselt)
get_activity_at(...) → locationwo der Nutzer war (benannter Ort oder Koordinaten) – für „Wo war ich um 9 Uhr?“
get_calendar(day)Outlook-Termine und Teams-Anrufe eines Tages (Betreff, Zeit, Dauer, Ort, Teilnehmer)

get_activity_at und list_active_apps enthalten die passenden Termine/Anrufe zusätzlich unter dem Schlüssel calendar, sodass Claude Bildschirmaktivität direkt einer Besprechung oder einem Anruf zuordnen kann.

Beispielfragen an Claude: „Was habe ich gestern um 12 Uhr gemacht?“, „Wann hatte ich zuletzt das Angebot für Kunde XY offen?“, „Welche Programme habe ich am Dienstag am längsten benutzt?“, „Zeig mir den Screenshot zu Eintrag 4711.“ Zeitstempel aus get_activity_at lassen sich in derselben Unterhaltung mit anderen Quellen (z. B. einem Plaud-Connector) abgleichen.

Plugins: Outlook, Teams und Standort

Termine, Anrufe und Orte kommen aus Plugins. Alle drei sind im Programm enthalten, aber keines ist aktiv, bevor Sie es hinzufügen: Einstellungen (⚙) → Plugins → Hinzufügen. Jedes Plugin bringt dort seine eigene Einrichtung mit (Zugangsdaten, Einstellungen, „Speichern & testen“, „Verbindung testen“).

Entfernen räumt vollständig auf: Die gespeicherten Zugangsdaten und alle Ereignisse dieses Plugins werden gelöscht. Fügen Sie es später wieder hinzu, holt die nächste Synchronisierung die Ereignisse des Sync-Fensters aus der Quelle zurück. Bildschirmaufnahme, Texterkennung, Datenbank und Zeitstrahl sind keine Plugins.

Wer von einer älteren Version kommt, verliert nichts: Die früheren Schalter outlook_enabled, teams_enabled und dawarich_enabled werden beim ersten Start in installed_plugins übernommen.

Plugins lassen sich bewusst nicht aus fremden Dateien nachladen: Ein Plugin läuft im selben Prozess, der den Datenbankschlüssel hält, und könnte alles lesen. Ein neues Plugin wird in zeitspur/plugins.py eingetragen; die Einstellungsseite baut sich aus seiner Selbstbeschreibung, ohne dass die Oberfläche angepasst werden muss.

Termine und Anrufe erscheinen als eigene Marker-Spur „Termine“ oben im Zeitstrahl und stehen über den MCP-Server (get_calendar sowie das Feld calendar in get_activity_at/list_active_apps) bereit. Beide Quellen werden verschlüsselt in derselben Datenbank gespeichert und nach retention_days mitgelöscht. Die Synchronisierung läuft alle events_sync_minutes für ein Fenster von ±events_window_days um heute; beim Blättern in einen weiter zurückliegenden Tag wird dieser bei Bedarf zusätzlich nachgeladen.

Outlook-Kalender

Plugin outlook. Zeitspur liest die Termine über das lokale COM-Objekt Outlook.Application aus dem klassischen Outlook (Outlook Object Model), das denselben Postfach-Account nutzt wie das neue Outlook. Es ist keine zusätzliche Anmeldung nötig. Voraussetzung ist ein installiertes klassisches Outlook (Microsoft 365 Apps / Office). Läuft nur das neue Outlook (olk.exe) ohne klassische Installation, steht COM nicht zur Verfügung und die Kalenderspur bleibt leer.

Zu jedem Termin werden Betreff, Zeitraum, Ort, Organisator und Teilnehmer gespeichert; Besprechungen und einfache Termine werden unterschieden. Ist kein klassisches Outlook installiert, lässt sich das Plugin nicht hinzufügen; die Einstellungsseite nennt dann den Grund.

Teams-Anrufe (Microsoft Graph)

Plugin teams. Anrufdauer und Teilnehmer kommen aus communications/callRecords der Microsoft-Graph-API. Das erfordert eine einmalige Einrichtung durch einen Administrator Ihres Microsoft-365-Tenants:

  1. Im Azure-Portal (Microsoft Entra ID) unter „App-Registrierungen“ eine neue App anlegen (Single Tenant).
  2. Unter „API-Berechtigungen“ die Anwendungsberechtigung (nicht delegiert) CallRecords.Read.All für Microsoft Graph hinzufügen und Administratorzustimmung erteilen.
  3. Unter „Zertifikate & Geheimnisse“ ein Client-Secret erzeugen.
  4. Tenant-Id (Verzeichnis-Id), Client-Id (Anwendungs-Id) und das Client-Secret notieren.

In Zeitspur dann: Einstellungen (⚙) → Plugins → Microsoft Teams → „Hinzufügen“, die drei Werte und Ihre Objekt-Id eintragen und „Speichern & testen“ wählen. Das Client-Secret wird per DPAPI geschützt in %LOCALAPPDATA%\Zeitspur\teams_credentials.bin abgelegt, nicht im Klartext. Der Client-Credentials-Flow (App-only) benötigt keine Benutzeranmeldung. Die Eingabefelder für Geheimnisse werden nie vorbefüllt; der Knopf „Anzeigen“ holt die gespeicherten Werte wieder hervor, falls Sie sie anderswo verloren haben. Das ist kein Sicherheitsverlust: Die Daten liegen DPAPI-geschützt und an Ihr Windows-Konto gebunden – wer an der entsperrten Sitzung sitzt, käme ohnehin an sie heran. Ohne diesen Weg wären sie nur schreibbar und dauerhaft unerreichbar. Microsoft hält callRecords nur etwa 30 Tage vor; Zeitspur fragt daher höchstens die letzten 30 Tage ab. Ohne erteilten Admin-Consent schlägt der Verbindungstest mit einer Graph-Fehlermeldung fehl.

Nur die eigenen Anrufe. CallRecords.Read.All liefert grundsätzlich alle Anrufe des gesamten Tenants. Damit Zeitspur ausschließlich Ihre eigenen ein- und ausgehenden Anrufe zeigt, muss Ihre Azure-AD-Objekt-Id in teams_user_id hinterlegt sein (Entra-Portal → Benutzer → Ihr Profil → „Objekt-ID“). Diese Id lässt sich mit der reinen CallRecords.Read.All-Berechtigung nicht automatisch aus der E-Mail-Adresse ermitteln (der Verzeichnis-Lesezugriff GET /users erfordert eine zusätzliche Berechtigung und liefert sonst 403). Als Rückfall dient teams_user_names (eine Liste von Anzeigenamen wie "Mustermann, Max"), falls einmal keine Objekt-Id, aber ein Name in den Anrufdaten steht. Ist keine Identität konfiguriert, synchronisiert Zeitspur bewusst gar keine Teams-Anrufe (statt den ganzen Tenant einzulesen).

Pro Anruf werden Beginn, Dauer, Typ, Richtung und der Gesprächspartner gespeichert. Der Betreff nennt die Richtung und den Gegenpart, z. B. „Teams-Anruf (ausgehend) mit Musterfrau, Erika“ oder „Teams-Anruf (eingehend) mit Beispiel, Bernd“; reine Telefonate zeigen die Rufnummer. Der eigene Name wird dabei nie als Gesprächspartner angezeigt. Die Teilnehmer liefert die Sammelabfrage nicht mit — Zeitspur lädt sie je Anruf einzeln nach ($expand=participants_v2) und merkt sich die Zuordnung „mein Anruf?“ dauerhaft, damit nicht bei jedem Sync hunderte Einzelabrufe anfallen. Lässt sich ein Teilnehmer im Verzeichnis nicht auflösen (Microsoft trägt dann die Objekt-Id als Anzeigename ein), erscheint der Anruf ohne Namen statt mit einer kryptischen Id.

Teams-Gespräche lokal (ohne Entra-App)

Plugin teams_local – die Alternative, wenn keine App-Registrierung möglich oder gewünscht ist. Microsoft gibt die Anrufliste nur an eine registrierte App mit Admin-Zustimmung heraus (für callRecords gibt es keine delegierte Berechtigung). Windows protokolliert aber für jede App, wann sie das Mikrofon benutzt – dieselbe Quelle wie das Mikrofon-Symbol in der Taskleiste. Benutzt Teams das Mikrofon, läuft ein Anruf oder eine Besprechung.

  • Nur dieser PC. Gespräche am Handy (Teams-App) oder am Tischtelefon erfasst das Plugin nicht – dort benutzt Teams ein anderes Mikrofon. Die kennt nur Microsoft Graph, also das Plugin teams mit Entra-App. Wer die Registrierung hat, ist mit teams vollständiger bedient; teams_local ist die Lösung für Umgebungen ohne sie.
  • Keine Einrichtung: keine Zugangsdaten, kein Admin, keine Netzverbindung. Hinzufügen genügt.
  • Genaue Zeiten, auch für Anrufe, die nur geklingelt haben.
  • Gegenüber nur, wenn Teams es zeigt: Während des Gesprächs werden die Titel aller Teams-Fenster gelesen (nicht nur des vordersten). Steht dort „Anruf von …“ oder hat die Besprechung ein eigenes Fenster, wird das übernommen – sonst heißt der Eintrag schlicht „Teams-Gespräch“. Ist die Aufnahme pausiert, werden keine Fenstertitel gelesen.
  • Erst ab dem Hinzufügen: Windows merkt sich nur die jeweils letzte Nutzung. Zeitspur sieht alle 5 Sekunden nach und schreibt selbst mit; rückwirkend gibt es nichts außer dieser letzten Nutzung.
  • Nutzungen unter 5 Sekunden (Gerätetest, Fehlklick) zählen nicht als Gespräch.
  • Noch nicht selbst geprüft: ob ein stummgeschalteter Teilnehmer weiter als „Mikrofon in Benutzung“ gilt. Teams hält das Gerät beim Stummschalten in der Regel offen, dann zählt es.

Beide Teams-Plugins lassen sich gleichzeitig verwenden; ein Gespräch erscheint dann zweimal – einmal mit Gesprächspartnern aus Microsoft Graph, einmal mit den Zeiten vom Mikrofon.

Standort-Historie (Dawarich)

Plugin dawarich. Zeitspur liest aus einer eigenen Dawarich-Instanz zwei schreibgeschützte Endpunkte: /api/v1/visits (erkannte Aufenthalte) und /api/v1/tracks (Fahrten als GeoJSON). Beides erscheint als Marker auf dem Zeitstrahl und über den MCP-Server — damit lässt sich Bildschirmaktivität einem Ort zuordnen („Was habe ich gemacht, als ich in Hamburg war?“).

Einrichtung: Einstellungen (⚙) → Plugins → Standort-Historie (Dawarich) → „Hinzufügen“, Basis-Adresse und Token eintragen und „Speichern & testen“ wählen.

Sicherheit

  • Nur https. http:// wird abgelehnt — der Token ginge sonst im Klartext durchs Netz.
  • Adresse und Token liegen DPAPI-geschützt in %LOCALAPPDATA%\Zeitspur\dawarich_credentials.bin, nicht in der config.yaml.
  • Der Token wandert ausschließlich in den Authorization-Header — nie in die URL (URLs landen in Proxy-Logs), nie in Protokolle und nie in Fehlermeldungen.
  • Es wird ausschließlich gelesen; die Schnittstelle kennt kein POST/PUT/DELETE.

Was gespeichert wird

ArtBetreffOrt
AufenthaltName des Ortes, sonst Aufenthalt (52.51627, 13.37770)Koordinaten
FahrtFahrt - 26,4 km (nur wenn plausibel)52.51627, 13.37770 nach 52.39146, 13.06684

Eigenheiten, die bewusst so behandelt werden

  • Ortsnamen fehlen derzeit meist (Dawarich ohne eingerichtete Ortsauflösung). Dann nennt Zeitspur ehrlich die Koordinaten, statt eine Adresse zu raten.
  • Aufenthalte mit Status declined hat der Nutzer verworfen — sie werden übersprungen.
  • Die Einheit von distance ist seitens Dawarich nicht zugesichert. Meter werden angenommen, aber nur übernommen, wenn das Ergebnis plausibel ist (höchstens 2000 km und 400 km/h). Sonst erscheint die Fahrt ohne Entfernung — lieber keine Angabe als eine falsche. Der Rohwert steht weiterhin in extra.
  • Die Dauer wird aus Start und Ende gerechnet, nicht aus dem duration-Feld — dessen Einheit ist ebenfalls unbestätigt.
  • Aufenthalte filtert der Server nach started_at. Ein Aufenthalt, der vor dem Fenster begann und hineinreicht, fiele damit weg; deshalb fragt Zeitspur mit 7 Tagen Vorlauf ab und filtert selbst auf Überlappung.
  • GeoJSON liefert [Längengrad, Breitengrad] — genau umgekehrt zur üblichen Schreibweise; das wird beim Einlesen gedreht.
  • Höchstens 60 Anfragen pro Minute: Zeitspur fragt große Zeiträume am Stück ab statt viele kleine.
  • Ist der Dawarich-Server nicht erreichbar (502/504 oder TLS-Fehler), meldet der Sync das und stoppt die anderen Quellen nicht — Outlook und Teams laufen weiter.

Wenn der Abruf fehlschlägt — erst hier nachsehen

  • Die Adresse im Browser öffnen. Lädt https://<Ihr-Server>/ dort nicht, liegt das Problem beim Server oder im Netz, nicht bei Zeitspur.
  • Eine private Adresse (etwa 10.x.x.x) im DNS ist nicht zwingend ein Fehler. Manche Netze lösen denselben Namen intern anders auf als von außen (Split-Horizon-DNS). Zeitspur verlangt trotzdem immer https:// – über http:// ginge der Token im Klartext durchs Netz.
  • Ein TLS-Fehler ist nichts, was Zeitspur reparieren könnte. Dann fehlt dem Server gerade ein gültiges Zertifikat; das gehört auf dem Server behoben. Ein Umweg über HTTP oder eine abgeschaltete Zertifikatsprüfung kommt nicht in Frage – der Token wäre sonst mitlesbar. Ein Test (test_certificate_verification_is_never_disabled) hält das fest.
  • Ein leeres Ergebnis heißt „nichts aufgezeichnet“, nicht „Fehler“. Vor der ersten längeren Fahrt liefern beide Endpunkte leere Listen.
Karte (OpenStreetMap)

Standardmäßig aus – und das ist die einzige Stelle, an der Zeitspur Daten aus dem Internet holt. Einschalten unter Einstellungen (⚙) → „Karte anzeigen (lädt Kacheln aus dem Netz)“.

Ist sie an und enthält der Tag Aufenthalte oder Fahrten, erscheint oben der Knopf „Karte“. Er öffnet eine Karte unter dem Zeitstrahl: Aufenthalte als Punkte, Fahrten als Linie mit Start- und Zielmarkierung. Ein Klick auf einen Eintrag in der Spur „Orte“ springt auf der Karte direkt dorthin.

Was das kostet, ehrlich gesagt: Kartenkacheln werden pro Bildausschnitt von tile.openstreetmap.org geladen. Der Kachel-Server erfährt dadurch, welche Gegenden Sie sich ansehen. Ihre Aufenthalte selbst werden nicht übertragen – aber aus den abgerufenen Kacheln lässt sich ableiten, wohin Sie schauen. Deshalb ist die Karte abschaltbar und im Auslieferungszustand aus. Solange sie aus bleibt, gilt das Versprechen „alles bleibt auf dem Rechner“ unverändert.

Technisch:

  • Leaflet ist mitgeliefert, es wird kein CDN angesprochen. Die Programmbibliothek selbst lädt nichts nach; erst die geöffnete Karte holt Kacheln.
  • Die Kachel-Adresse steht in map_tile_url und lässt sich auf einen eigenen Kachel-Server umbiegen – dann verlässt auch dafür nichts Ihr Netz. Sie muss https sein und {z}/{x}/{y} enthalten.
  • Die Namensnennung „© OpenStreetMap-Mitwirkende“ wird eingeblendet; das ist bei OSM-Daten (ODbL) Pflicht.
  • Startpunkt: Ohne Aufenthalte öffnet die Karte beim eingestellten Startpunkt – ab Werk mit Blick auf ganz Deutschland. Über map_home_lat, map_home_lon, map_home_zoom und map_home_label lässt sich ein eigener Bezugspunkt setzen, etwa das Büro; mit Namen erscheint er als blauer Punkt. Sobald der Tag Aufenthalte oder Fahrten enthält, rückt die Karte stattdessen auf diese Daten.
  • Für die Linie speichert Zeitspur die Strecke vereinfacht (Douglas-Peucker, höchstens 500 Punkte je Fahrt, Abweichung unter ~10 m). Eine Fahrt mit 4000 Rohpunkten belegt so rund 10 KB statt ein Vielfaches.

Ortsnamen statt Koordinaten: Die Beschriftung kommt aus dem name-Feld von Dawarich. Solange dort keine Ortsauflösung eingerichtet ist, bleibt sie leer und Zeitspur zeigt die Koordinaten – bewusst, statt eine Adresse zu raten. Richten Sie die Auflösung in Dawarich ein (z. B. Photon), erscheinen Straße, Ort und oft auch der Name des Betriebs automatisch; Zeitspur braucht dafür keine Änderung und fragt keinen fremden Dienst.

Bekannte Orte: aus Koordinaten werden Namen

Damit Claude „Du warst im Büro“ sagen kann statt „Koordinaten 52.51627, 13.37770“, lassen sich Orte benennen. Ein benannter Kartenstartpunkt (map_home_label) zählt automatisch als bekannter Ort; weitere trägt man in den Einstellungen unter „Bekannte Orte (je Zeile)“ ein:

Büro;52.5163;13.3777;200
Kunde Beispiel AG;53.5503;9.9920;300

Format: Name;Breite;Länge und optional ;Radius in Metern (Standard 150 m). Der Abstand wird als echte Entfernung gerechnet (Haversine), nicht als Koordinatendifferenz – sonst wäre der Radius abhängig vom Breitengrad. Liegt ein Aufenthalt im Radius mehrerer Orte, gewinnt der nächstgelegene.

Wirkung an drei Stellen:

  • Zeitstrahl: Der Aufenthalt heißt „Büro“ statt der Koordinaten.
  • MCP: get_activity_at liefert zusätzlich ein Feld location mit place (benannter Ort oder null), coordinates, kind („Aufenthalt“/„Fahrt“), Zeitraum und covers_timestamp.
  • Antworten von Claude: Die Server-Anweisung sagt ausdrücklich, Ort, Termin und Bildschirmarbeit zu einer Aussage zu verbinden, etwa: „Du warst im Büro und hast in Visual Studio am Beispielprojekt gearbeitet; laut Outlook lief parallel der Kundentermin mit der Beispiel AG.“

Ehrlich bleibt es trotzdem: Ist der Ort nicht bekannt, steht place: null und es werden nur die Koordinaten genannt – geraten wird nichts. Liegen gar keine Standortdaten vor, fehlt location ganz und Claude sagt nichts über den Ort. Ein unbrauchbarer Eintrag in der Liste wird übersprungen (mit Protokoll- Hinweis) und verhindert nicht den Start; beim Speichern über die Einstellungen wird er dagegen sofort mit einer Fehlermeldung abgelehnt.

Plaud

Für Plaud ist kein Code in Zeitspur nötig: Claude ruft in derselben Unterhaltung den Zeitspur-MCP und den vorhandenen Plaud-MCP-Connector auf und gleicht die Zeitstempel ab. Fragen Sie Claude z. B. „Was lief gestern um 14 Uhr auf dem Bildschirm und gibt es dazu eine Plaud-Aufnahme?“.

Datenschutz und Sicherheit

  • Verschlüsselung: Die gesamte Datenbank (Metadaten, OCR-Text, FTS-Index, Screenshots) ist mit SQLCipher (AES-256) verschlüsselt; auch die WAL-Datei ist verschlüsselt. Der Schlüssel wird beim ersten Start zufällig erzeugt und mit CryptProtectData (Scope: aktueller Benutzer) in key.bin abgelegt.
  • Kein Klartext auf der Platte: keine Bilddateien, keine Temp-Dateien (Tesseract liest aus stdin, SQLite arbeitet mit temp_store=MEMORY), keine Bildschirmtexte oder Fenstertitel in den Protokollen, WebView2 läuft im privaten Modus ohne Crash-Dumps, der Datenordner ist von der Windows-Suche ausgenommen.
  • Was der Schutz leistet: Andere Windows-Benutzer, Diebstahl der Festplatte oder Kopien der Datei können die Daten nicht lesen. Was er nicht leistet: Jedes Programm, das unter Ihrem Konto läuft, kann key.bin ebenfalls entschlüsseln – Zeitspur schützt nicht vor Schadsoftware in Ihrer eigenen Sitzung.
  • Sicheres Löschen: Gelöschte Einträge (Detail-Löschen, „Letzte 15 Minuten“, Retention) geben ihre – stets verschlüsselten – Datenbankseiten genullt frei (secure_delete=ON), sodass sie nicht aus der Datei rekonstruiert werden können.
  • Bildschirmtext als Modell-Eingabe: Über den MCP-Server gelangt der erkannte Bildschirmtext zu Claude. Enthält ein aufgenommener Screenshot manipulativen Text, wird dieser Teil der Eingabe an das Modell (indirekte Prompt-Injektion). Das ist dem Prinzip „Bildschirmverlauf abfragbar machen“ inhärent; behandeln Sie Antworten, die auf fremdem Bildschirminhalt beruhen, mit der üblichen Vorsicht.
  • Kontrolle: Ausschlusslisten, Pause im Tray, „Aktuelle App ausschließen“, „Letzte 15 Minuten löschen“, Einzeleinträge im Detailfenster löschen, automatische Löschung nach retention_days.
  • Updates nur signiert: Die Release-Ausgabe installiert nur Updates mit gültiger Signatur des Herausgebers und nur neuere Versionen (siehe Updates).
  • Wiederherstellbarkeit: Wird das Windows-Passwort durch einen Administrator zurückgesetzt, kann DPAPI den Schlüssel nicht mehr entschlüsseln. Zeitspur bietet dann an, die Datenbank zurückzusetzen (alte Dateien werden umbenannt, nicht gelöscht).

Performance und Speicherbedarf

Der Dienst läuft mit reduzierter Prozesspriorität; OCR und Wartung laufen im Hintergrundmodus, Tesseract auf einem Kern (OMP_THREAD_LIMIT=1). Richtwerte: unter 2 % CPU im Leerlauf, OCR-Spitzen unter 15 % eines Kerns.

CPU-Last prüfen: Task-Manager → Details → Zeitspur.exe und tesseract.exe, oder in PowerShell

Get-Process Zeitspur, tesseract -ErrorAction SilentlyContinue | Select-Object Name, CPU, @{n='MB';e={[math]::Round($_.WorkingSet64/1MB)}}

Gemessen mit tools\perf_probe.py (gepackte EXE, 115 s aktive Arbeit mit RDP-Sitzung und Chatfenster, 8 logische Kerne): Dienstprozess Ø 3,5 % eines Kerns (0,4 % der Maschine, Spitzen bis 49 % beim Komprimieren eines neuen Bildes), Texterkennung Ø 16 % eines Kerns (8 neue Bilder, je etwa 2,3 s CPU auf einem Kern mit niedriger Priorität), WebView2 des versteckten Fensters Ø 3 % eines Kerns; zusammen Ø 2,8 % der Maschine, 227 MB RAM. Ohne Eingaben pausiert die Aufnahme, dann fällt die Last auf nahezu null.

Stellschrauben, wenn die Last zu hoch ist: capture_interval_seconds erhöhen (10–15 s), max_image_width auf 1280 senken (weniger OCR- und Speicheraufwand), change_threshold leicht erhöhen (0.02–0.03), ocr_psm belassen (3) oder auf 11 stellen, wenn viel verstreuter Text auf dem Bildschirm ist.

Speicherbedarf: Ein 1920×1200-Screenshot belegt als WebP (Qualität 75) etwa 150–300 KB. Bei aktiver Arbeit entstehen nach der Duplikat-Erkennung grob 300–600 Bilder pro Stunde, also 6–17 GB für 14 Tage à 8 Stunden. Wer weniger Platz opfern möchte, senkt max_image_width (1280 ≈ halber Bedarf), webp_quality oder retention_days; max_db_size_gb begrenzt die Datei in jedem Fall. Gelöschter Platz wird täglich über inkrementelles Vacuum an das Dateisystem zurückgegeben; tools\dbstat.py (Quelltext) zeigt Größe und Statistik.

Updates

Die Release-Ausgabe (das Setup von GitHub) hält sich selbst aktuell. Fünf Minuten nach dem Start und danach alle 12 Stunden holt sie die Datei latest.json des neuesten GitHub-Releases. Ist dort eine neuere Version eingetragen, passiert Folgendes:

  • Automatische Updates an (Standard): Das neue Setup wird im Hintergrund geladen und geprüft. Sobald Maus und Tastatur eine Weile unbenutzt sind – Einstellungen → Updates → „Installieren nach Leerlauf von (Minuten)“, Standard 5 –, installiert es sich: Ein kleines Fenster zeigt den Fortschritt, Zeitspur wird beendet, ersetzt und meldet sich mit dem Startfenster zurück – mit Hauptfenster, wenn es vorher offen war, sonst im Infobereich. Eine Meldung bestätigt die neue Version. Daten und Einstellungen bleiben unverändert.
  • Automatische Updates aus (Einstellungen → Updates): Im Zeitstrahl erscheint ein Hinweis „Zeitspur X ist verfügbar“ mit „Was ist neu?“ und Jetzt aktualisieren; zusätzlich einmal eine Meldung im Infobereich.
  • Jederzeit von Hand: Tray-Menü → Nach Updates suchen oder oben in den Einstellungen, wo auch die installierte Version und das Ergebnis der letzten Prüfung stehen.

Sicherheit: Jedes Update ist mit dem Release-Schlüssel des Herausgebers signiert (Ed25519). Zeitspur trägt nur den öffentlichen Teil in sich und installiert ausschließlich Setups, deren Signatur, Größe und SHA-256 stimmen – und nur eine neuere Version, nie eine ältere. Auch wer die Download-Quelle übernähme, könnte so keinen fremden Code verteilen. Übertragen wird bei der Prüfung nur eine gewöhnliche HTTPS-Anfrage an github.com (mit der Programmversion als Kennung), nichts aus Ihrer Datenbank.

Scheitert ein Update, läuft die bisherige Version weiter; dieselbe Version wird dann 24 Stunden lang nicht erneut automatisch versucht. Das Protokoll des Setups liegt in %LOCALAPPDATA%\Zeitspur\updates\.

Der selbst gebaute Programmstand (build.ps1 ohne -Release) und der Quelltextbetrieb aktualisieren sich nie selbst – ein Release ersetzte dort sonst Funktionen, die er nicht enthält.

Installationen bis Version 0.3.0 trugen noch einen anderen Namen. Das Update übernimmt sie vollständig: Das Setup ersetzt Programmordner, Startmenü-Einträge und Autostart, der erste Start zieht den Datenordner samt Datenbank, Einstellungen und Zugangsdaten um und stellt einen in Claude Desktop eingerichteten Connector um (danach Claude Desktop einmal neu starten). Die früheren Bezeichner stehen gesammelt in zeitspur/legacy.py.

Deinstallation

Systemsteuerung → Apps → „Zeitspur“ oder Startmenü → „Zeitspur deinstallieren“. Der Deinstaller beendet den laufenden Dienst, entfernt Programmdateien, Startmenü-Einträge und den Autostart-Wert. Anschließend fragt er, ob auch %LOCALAPPDATA%\Zeitspur (Datenbank, Schlüssel, Konfiguration, Protokolle) gelöscht werden soll – Standard: Nein. Behalten Sie die Daten, werden sie bei einer Neuinstallation weiterverwendet.

Der Eintrag in claude_desktop_config.json wird nicht automatisch entfernt (Datei gehört Claude Desktop); löschen Sie den Block zeitspur bei Bedarf von Hand.

Haben Sie den Speicherort der Datenbank über die Einstellungen auf einen eigenen Ordner verlegt, löscht auch die Option „Daten löschen“ nur %LOCALAPPDATA%\Zeitspur (Schlüssel, Konfiguration, Protokolle). Die verlegte recall.db (samt -wal/-shm) am eigenen Ort müssen Sie dann selbst entfernen. Sie ist ohne den gelöschten Schlüssel nicht mehr lesbar, belegt aber weiter Speicherplatz.

Fehlerbehebung

SymptomUrsache / Abhilfe
Fenster öffnet sich nicht, Meldung zur WebView2-RuntimeWebView2 fehlt (das Setup konnte sie nicht laden, etwa ohne Internet): In der Meldung „Ja“ öffnet Microsofts Download-Seite; sonst https://developer.microsoft.com/microsoft-edge/webview2/consumer/ aufrufen und installieren
Nach dem Start erscheint nur das kleine StartfensterDer erste Start nach Installation oder Update kann auf langsamen PCs oder mit aktivem Virenscanner deutlich länger dauern. Spätestens nach 45 s erscheint das Hauptfenster trotzdem; wie lange der Start gedauert hat, steht in logs\service.log („Oberflaeche geladen, … s nach Programmstart“)
Banner „Texterkennung nicht verfügbar“Ordner tesseract\ neben der EXE fehlt oder ist unvollständig – Setup erneut ausführen
Dialog „Datenbank kann nicht geöffnet werden“ beim StartSchlüssel passt nicht (Passwort-Reset, kopierte Dateien). „Zurücksetzen“ legt eine neue Datenbank an, alte Dateien erhalten das Suffix .unreadable-<Zeit>
Tray zeigt „Inaktiv“ oder „Bildschirm gesperrt“gewollt: keine Aufnahme ohne Eingaben bzw. bei Sperre; idle_pause_minutes anpassen
Tray zeigt „Zu wenig Speicherplatz“freien Platz schaffen oder min_free_disk_gb senken
Claude findet den Server nichtPfad in der Konfiguration prüfen (Zeitspur.exe --mcp --print-config), Claude Desktop neu starten, logs\mcp.log ansehen
Zeitspur.exe --mcp ohne Claude gestartet zeigt nur einen Hinweiserwartet: der Server wird von Claude über stdio gestartet
Virenscanner meldet die EXEunsignierte PyInstaller-Programme sind ein bekannter Fehlalarm-Fall; Datei aus der Quarantäne holen bzw. Ausnahme durch die IT eintragen lassen; Ursache und Abhilfe (Code-Signatur) siehe Entwicklung
Zwei Instanzen?nicht möglich: ein zweiter Start zeigt nur das Fenster der laufenden Instanz

Protokolle: %LOCALAPPDATA%\Zeitspur\logs\service.log (Dienst) und mcp.log (MCP-Server); log_level: DEBUG liefert Details zur Frame-Erkennung.

Entwicklung und Build

Voraussetzungen: Python 3.13 (64 Bit), PowerShell 7. Adminrechte werden nicht benötigt.

python -m venv .venv
.venv\Scripts\pip install -r requirements-dev.txt
pwsh -File tools\fetch_tesseract.ps1      # laedt Tesseract 5.5.3 + Sprachdaten (SHA-256 geprueft), baut installer\tesseract-portable
pwsh -File tools\install_innosetup.ps1    # Inno Setup 6 pro Benutzer (fuer den Installer)
.venv\Scripts\python -m pytest -q          # Tests
.\run_dev.ps1 -Show -Debug                 # Dienst aus dem Quelltext starten
.\build.ps1                                # Tests, PyInstaller, Tesseract-Kopie, Installer -> dist\ZeitspurSetup.exe
$env:ZEITSPUR_BUILD_MCP_EXE = "1"; .\build.ps1   # zusaetzlich separate ZeitspurMCP.exe bauen
.\build.ps1 -Release                       # Release-Ausgabe fuer andere -> dist-release\ZeitspurSetup.exe

Release-Ausgabe: build.ps1 -Release packt Funktionen, die noch nicht fertig sind, gar nicht erst ein – derzeit die Standort-Historie (Dawarich) samt Karte und bekannten Orten. Das Programm erkennt selbst, was fehlt (zeitspur/edition.py), und blendet es aus; ein Wächter bricht den Build ab, falls doch etwas davon im Paket steckt. Die Ausgabe landet in eigenen Ordnern (dist-release, build-release), der normale Build bleibt unberührt. GitHub-Releases werden aus der Release-Ausgabe gebaut.

Release veröffentlichen

Ein Release besteht aus dem Setup und der signierten latest.json, aus der sich installierte Release-Ausgaben selbst aktualisieren (siehe Updates). Ablauf:

  1. Einmalig: Release-Schlüssel erzeugen – python tools\release_key.py init legt ihn DPAPI-geschützt unter %USERPROFILE%\.zeitspur\ ab und nennt den öffentlichen Teil, der in zeitspur/updater.py (PUBLIC_KEY) gehört. Danach sofort sichern: python tools\release_key.py backup --out <Datei> fragt ein Passwort ab und schreibt eine verschlüsselte Kopie; Datei und Passwort gehören in den Passwortmanager, nie ins Repo. Auf einem neuen PC: restore --in <Datei>. Ist der Schlüssel verloren, müssen installierte Versionen einmal von Hand auf eine Version mit neuem Schlüssel aktualisiert werden.
  2. Version in zeitspur/__init__.py erhöhen (einzige Stelle; build.ps1 reicht sie an den Installer weiter) und die Änderungen in CHANGELOG.md unter ## <Version> eintragen – daraus entstehen die Release-Notizen und der Text „Was ist neu?“ in der App.
  3. Committen und pushen, dann pwsh -File tools\publish_release.ps1: baut die Release-Ausgabe (mit Tests), signiert latest.json, prüft Signatur und Setup wie ein Client und legt den GitHub-Release v<Version> mit beiden Dateien an. -DryRun baut und signiert nur.

Zum Testen in der Windows Sandbox lässt sich ein eigener Update-Kanal setzen: ZEITSPUR_UPDATE_URL (etwa file:///C:/ZeitspurTest/channel/latest.json) und ZEITSPUR_UPDATE_TIMING mit „Start,Intervall“ in Sekunden (optional „,Leerlauf“ – sonst gilt die Einstellung). Die Signaturprüfung gilt auch dann. tools\sandbox_test.ps1 -UpdateTest richtet das komplett ein.

Hinweis zu Virenscannern: Unsignierte PyInstaller-EXEs, die den komprimierten Python-Code als Overlay tragen, wurden auf dem Entwicklungsrechner vom Virenscanner wenige Sekunden nach dem Build gelöscht – sobald die EXE sowohl den Zeitspur-Code (Screenshots, DPAPI, Fenstertitel) als auch den HTTP-Stack des MCP-SDKs enthielt. Die Spec baut deshalb mit noarchive=True: Alle Module liegen als einzelne Dateien in _internal\, die EXE besteht nur aus dem Bootloader (~0,3 MB) und blieb unbeanstandet. build.ps1 prüft nach dem Build, ob die EXE noch existiert. Nachhaltige Abhilfe ist eine Code-Signatur (signtool sign mit einem Code-Signing-Zertifikat) oder eine Ausnahme im Virenscanner.

Nützliche Werkzeuge in tools\: seed_demo_db.py (Demo-Datenbank mit synthetischen Einträgen, mit ZEITSPUR_DATA_DIR in einen separaten Ordner), dbstat.py (Statistik/Suche), ui_smoke.py (startet den Dienst, macht Fenster-Screenshots, beendet ihn und prüft das Log), mcp_smoke.py (spricht den MCP-Server über stdio an wie ein Claude-Client), trim_tesseract.py (entfernt nicht benötigte DLLs aus dem Tesseract-Bundle), sandbox_test.ps1 (spielt die Installation in der Windows Sandbox durch – frisches Windows, so wie ein Kollege sie erlebt; -Dev für den eigenen Build, -NoStart nur vorbereiten).

Projektstruktur:

zeitspur/
  config.py        Konfiguration laden/validieren/speichern
  crypto.py        DPAPI-Schluessel, SQLCipher-Verbindung mit allen Sicherheits-PRAGMAs
  storage.py       Schema, Schreib-/Lesemethoden, FTS5-Suche, Wartung
  capture.py       Screenshot-Loop, Aenderungserkennung, Leerlauf/Sperre, Ausschlusslisten
  ocr.py           Tesseract ueber stdin/stdout (nur im Speicher)
  ocr_worker.py    OCR-Warteschlange mit Nachholen aus der Datenbank
  cleanup.py       Retention, Groessendeckel, inkrementelles Vacuum
  app.py           Lebenszyklus (Threads, Fenster, Tray, Beenden)
  tray.py          pystray-Menue und Zustandsfarben
  splash.py        Startfenster mit Laufbalken, bis der Zeitstrahl geladen ist
  timeline_ui/     Bridge (js_api) und die eingebettete HTML/CSS/JS-Oberflaeche
  service_main.py  Einstieg Zeitspur.exe
  mcp_server.py    MCP-Server (Zeitspur.exe --mcp, optional ZeitspurMCP.exe)
tests/             pytest-Suite (Krypto, Storage, Frame-Diff, OCR, Cleanup, Bridge, MCP)
installer/         installer.iss (Inno Setup), tesseract-portable/ (generiert)
zeitspur.spec   PyInstaller: zwei EXEs, gemeinsamer _internal-Ordner

Abweichungen zur ursprünglichen Spezifikation (mit Begründung): sqlcipher3-wheels statt sqlcipher3-binary (einziges Paket mit Wheels für Python 3.13), direkter Tesseract-Aufruf statt pytesseract (das intern Temp-Dateien schreibt), mcp 2.x mit MCPServer (Nachfolger von FastMCP), Pixel-Differenz statt reinem Perceptual-Hash (erkennt Tippen und Scrollen), inkrementelles Vacuum statt täglichem Voll-VACUUM (gibt Platz frei, ohne die Datei komplett neu zu schreiben).

Lizenz

Zeitspur steht unter der MIT-Lizenz mit Commons-Clause-Zusatz (siehe LICENSE): Nutzen, Ändern und Weitergeben ist erlaubt, Verkaufen nicht – also kein kostenpflichtiges Produkt und keine bezahlte Dienstleistung, deren Wert im Wesentlichen aus Zeitspur stammt. Der Quelltext ist damit offen einsehbar, die Lizenz ist aber keine Open-Source-Lizenz im Sinne der OSI.

Mitgelieferte Drittkomponenten behalten ihre Lizenzen. build.ps1 legt sie samt vollständigen Lizenztexten als THIRD-PARTY-NOTICES.txt in den Programmordner (erzeugt von tools\third_party_notices.py). Im Wesentlichen: Python (PSF), Tesseract OCR und die Sprachdaten tessdata_fast (Apache 2.0), SQLCipher über sqlcipher3-wheels (zlib), pywebview (BSD-3), pythonnet (MIT), mss (MIT), Pillow (MIT-CMU), psutil (BSD-3), PyYAML (MIT), pywin32 (PSF), MCP-SDK (MIT), cryptography (Apache 2.0 oder BSD-3), pystray (LGPL-3.0) – es liegt unverändert als eigene Dateien unter _internal\pystray und lässt sich dort ersetzen – sowie im eigenen Build Leaflet (BSD-2, zeitspur/timeline_ui/vendor/LICENSE-leaflet.txt).

Projektmodule (Phase 2)

Neu hinzugekommen sind zeitspur/outlook.py (COM-Zugriff auf den Outlook-Kalender), zeitspur/teams.py (Microsoft-Graph-callRecords und DPAPI-geschützte Zugangsdaten) und zeitspur/events_sync.py (periodische und bedarfsgesteuerte Synchronisierung in die Tabelle calendar_events). Datenbankschema v2 ergänzt diese Tabelle; bestehende v1-Datenbanken werden beim ersten Start automatisch migriert.